Am 27. Januar 2008 wird in Hessen gewählt. Was sagen die Parteien zum Thema "Lesben und Schwule":

In den Wahlprogrammen der CDU und der FDP ist zu diesem Thema nichts zu finden.

SPD
Für die Belange von Lesben und Schwulen wollen wir in folgenden Bereichen Veränderung schaffen:
Zur sozialen Kompetenz gehört die Fähigkeit, unterschiedliche Lebensentwürfe, Beziehungsformen und sexuelle Identitäten zu akzeptieren. Wir werden hier die Umsetzung der Bildungs- und Unterrichtsrichtlinien zum Thema „Homosexualität“ einleiten. Hierbei setzen wir gleichermaßen auf die Förderung der Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Schulen, Universitäten, Organisationen, Jugendhilfe und Eltern. Weiterhin wollen wir eine qualifizierte Ansprechperson für Schülerinnen und Schüler in den Schulen. Daher wollen wir verpflichtende Fortbildung/Seminare für Lehrerinnen und Lehrer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.
Wir engagieren uns für eine kulturell aufgeklärte Öffentlichkeit. Wir wollen schwul-lesbische Kulturveranstaltungen fördern.
Es ist die Aufgabe moderner Gesellschaften, Diskriminierungen und Ausgrenzungen aufgrund von Geschlecht, sexueller Identität, Alter, Lebensweise, ethnischer Herkunft und Weltanschauung entgegenzuwirken. Wir wollen daher Beratungsangebote bei Diskriminierungen am Arbeitsplatz, bei Arbeitslosigkeit und zur Erlangung beruflicher Selbstständigkeit fördern.
SPD-Wahlprogramm Hessen, http://spd-hessen.de/db/docs/doc_16621_2007117151725.pdf

Grüne
Hessen kann mehr Vielfalt: Gleiche Rechte für Lesben und Schwule
Die Rechtsinstitution der eingetragenen Lebenspartnerschaft hat die rechtliche Gleichstellung und soziale Anerkennung von Lesben und Schwulen deutlich verbessert. Wir werden dafür sorgen, dass gleichgeschlechtliche Paare ihre Lebenspartnerschaft in jeder hessischen Kommune auf dem Standesamt eintragen lassen können.
Darüber hinaus werden wir die hessischen Gesetze, Verordnungen und Erlasse endlich an das Lebenspartnerschaftsgesetz anpassen. Wir wollen, dass eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner die gleichen Rechte und Pflichten erhalten wie heterosexuelle Ehepaare. Dies gilt insbesondere im Steuerrecht, bei der Hinterbliebenenversorgung und im Adoptionsrecht. Wir wollen eine Gesellschaft der Akzeptanz. Hessens Schulen sollen unterschiedliche sexuelle Identitäten als selbstverständliche Lebensweisen vermitteln und wertneutral behandeln.
Hierzu sind Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer durchzuführen. Auch die Landesverwaltung muss ihre Vorbildfunktion für Wirtschaft und Gesellschaft wahrnehmen und Diversity-Konzepte erarbeiten und umsetzen. Leitbild und Ziel ist die vorurteilsfreie und selbstbestimmte Findung der eigenen sexuellen Identität und die Möglichkeit, diese frei von Diskriminierungen leben zu können. Dazu gehört auch die zielgruppenspezifische Jugendarbeit.
Grüne Wahlprogramm Hessen, http://www.gruene-hessen.de/cms/gruene_dokumente/dokbin/201/201266.landtagswahlprogramm_2008.pdf

LINKE
Für die Gleichberechtigung von Lebensweisen
DIE LINKE tritt für die uneingeschränkte Gleichberechtigung der Lebensweisen von Schwulen, Lesben, Transgender, Inter-, Bi- und Heterosexuellen ein.
DIE LINKE wendet sich gegen jede Form der Diskriminierung, sei es am Arbeitsplatz, in öffentlichen oder privaten Institutionen oder anderen Bereichen. Sie tritt dafür ein, dass keine Lebensweise gegenüber einer anderen bevorzugt oder benachteiligt wird.
In schulischer und außerschulischer Bildung sollen diese Lebensentwürfe als gleichberechtigt dargestellt werden. Ziel ist die selbstbestimmte Findung der eigenen Sexualität und des eigenen Lebensentwurfs. DIE LINKE unterstützt emanzipatorische und aufklärerische Kulturarbeit, die die gesellschaftliche Akzeptanz alternativer Lebensweisen fördert.
http://www.die-linke-hessen.de/cms/content/view/6/7/

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