Fremde Haut Darsteller: Jasmin Tabatabai, Anneke Kim Sarnau, Hinnerk
Schönemann
Regisseur(e): Angelina Maccarone
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Indigo
DVD-Erscheinungstermin: 25. August 2006
Spieldauer: 97 Minuten
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Um in Deutschland zu überleben, muss die Iranerin Fariba die Identität
eines Mannes annehmen.
Blickpunkt: Film
Die Geschichte einer Asylbewerberin in Deutschland. Keines der üblichen
Klischee von bösen Deutschen und guten Ausländern, sondern
die glaubhafte Inszenierung eines unglaublichen Schicksals. Die junge
Iranerin Fariba liebt Frauen, ein Grund, aus dem intoleranten Gottesstaat
nach Deutschland zu fliehen, wo sie die Identität eines Landsmannes
annimmt. In der tiefsten schwäbischen Provinz verliebt sie sich
in eine blonde Kollegin. Die Illusion von Freiheit und Glück zerschellt
an der Wirklichkeit.
'Verehrte Fluggäste. Soeben haben wir die Grenze überflogen'.
Nach der Ansage geht ein Aufatmen durch das Flugzeug, nehmen einige Frauen
das Kopftuch ab. Die junge Fariba steht auf, legt den Schador auf der
Toilette um den Rauchmelder und raucht erst mal eine Zigarette. Ein neues
Leben liegt vor ihr, in Deutschland, dessen Literatur und Kultur die
Dolmetscherin liebt. Kaum ist das Flugzeug gelandet, landet auch sie
auf dem Boden der Tatsachen. Auffanglager, endlose Befragungen und bitte
die Kopie des Todesurteils. Alles muss schließlich seine Ordnung
haben. Dennoch - die Grenzbeamten sind differenziert dargestellt. Statt
Homosexualität nennt sie 'politische Gründe'. Die reichen nicht
zur Anerkennung als Asylbewerberin, Abschiebung droht. Sie nimmt die
Papiere eines durch eigene Hand gestorbenen Leidensgenossen und schlägt
sich unter seinem Namen Siamak durch. Endstation: ein Übergangsheim
im schwäbischen Sielmingen. Ausgerechnet.
Was die Großstädterin aus Teheran dort erlebt, erzählt
Angelina Maccarone in drei Themenfeldern: Identitätssuche, Asylrecht
in Deutschland, Definition von 'weiblich' und 'männlich'. Fariba
flieht nicht nur ins äußere, sondern auch ins innere Exil,
muss in eine Männerrolle schlüpfen. Eine 'Lola' sollte Jasmin
Tabatabai dafür sicher sein. Langsam baut sich die Spannung auf,
auf der einen Seite die ständige Angst vor Entdeckung, auf der anderen,
das sich Eingewöhnen in eine fremde Welt und das Eingezwängtsein
in der fremden Haut, der immer engere Kontakt zur Schwäbin Anne,
manchmal sogar ein Stück Normalität. Die Annäherung zwischen
den beiden (wobei die Deutsche anfänglich nicht ahnt, wen sie vor
sich hat) ist von Zärtlichkeit und Verständnis geprägt.
Geschickt vermeidet Maccarone ein Happy End, es gibt Momente des kleinen
Glücks aber nicht den verlogenen Kitsch einer gemeinsamen Zukunft.
'Fremde Haut' ist kein explizit politischer Film, Frauen- oder Genderfilm,
sondern die sensible Betrachtung eines in sich zerrissenen Menschen,
der die alte Heimat verloren und eine neue noch nicht gefunden hat. Der
Traum von einer besseren Welt - aufgeben sollte man ihn nicht. mk
http://www.ventura-film.de/fh/inhalt.htm
http://jasmin-tabatabai.com/deutsch/film_fremde_haut.htm
http://www.filmz.de/film_2005/fremde_haut/
http://imdb.com/title/tt0428672/
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