Gaysolidarnosc
„Sex – Gender – Menschenrechte“ in der Bildungsarbeit
mit Jugendlichen
Deutsch-Polnisches Seminar zu Menschenrechten und Genderfragen vom 4.-9.12.2007
in Berlin
Was hat Geschlecht mit Bildungsarbeit zu tun? Haben Männer und Frauen, Mädchen
und Jungen dieselben Menschenrechte? Was bedeuten biologisches und soziales Geschlecht?
Stimmt es, dass Frauen nicht einparken und Männer nicht kommunizieren können?
Gelten Menschenrechte auch für Lesben und Schwule? Flyer Programm und
Flyer Anmeldung
RUBICON Samstag,
20.10.07 , 18.00 Uhr
Die Emanzipation von Lesben, Schwulen und Transgendern
in Krakau (Polen)
Vortrag von Jacek Marjanski zur Entwicklung der Emanzipationsbewegung
von Lesben, Schwulen und Transgendern in Krakau in den vergangenen
drei Jahren. Ort: Rubensstr. 8-10, Köln
RUBICON Samstag,
20.10.07, 19.00 Uhr
„14 Grad ostwärts“ (62 min), Filmvorführung
Veranstalter: RUBICON Beratungszentrum Ort: Rubensstr. 8-10, Köln
Datum: Sat, 19 May 2007 Aktionstage gegen Homophobie
in Wroclaw/Polen - Ein Bericht
Lesben und Schwule schlugen den Rechten ein Schnippchen
Zum 17. Mai, dem
internationalen Aktionstag gegen Homophobie, gab es auch in Wroclaw (=
Breslau) Filmvorführungen, Vorträge, Workshops
und Partys.
Eine kleine, aber sehr effektiv arbeitende Gruppe, darunter Wroclawer Mitglieder
der in Warschau ansässigen KPH (Kampagne gegen Homophobie), hatte
diese Veranstaltungsreihe initiiert, zu der auch ich als Referentin eingeladen
war. Am 17. Mai um 17 Uhr, also zur Rush Hour, sollte auf dem Marktplatz
ein Event stattfinden. Bereits einen Tag vorher hatten die OrganisatorInnen,
die einen guten Kontakt zur örtlichen Polizei haben, von dieser erfahren,
dass ca. 100 rechtsradikale Anhänger der NOP (Nationale Wiedergeburt
Polens) die geplante Aktion stören wollten. Die Kleingruppenmeldungen
der NOP (erst ab 15 Personen benötigt eine Demonstration eine Erlaubnis)
wurden von Hetzschriften gegen Homosexuelle begleitet. Kurzerhand beschlossen
Lesben und Schwule mit der Polizei, die Anti-Homophobie-Aktion auf 15 Uhr
vorzuverlegen und den Aktionsort um ein paar hundert Meter in eine Seitenstraße
zu verschieben. Bereits um 13 Uhr war der Rynek, der Marktplatz in Wroclaw,
von Polizei und Sicherheitskräften umstellt. Um 15 Uhr startete die
von den Lesben und Schwulen ausgerufene "anti-homophobische Klinik" ihre
Informationskampagne. Sechs AktivistInnen zogen sich Arztkittel über
und verteilten Flyer an die PassantInnen. "Homophobie ist eine ansteckende
Krankheit. Wenn Sie Angst haben, infiziert zu sein, bitten Sie unsere Ärztinnen
und Ärzte um Hilfe!", verkündete Miroslawa Makuchowska,
eine der Hauptorganisatorinnen, über Megaphon. Erfreulich viele PassantInnen
ließen sich informieren; die zahlreichen grauhaarigen deutschen BesucherInnentrupps
jedoch, denen ich gerne alles in Deutsch erklärt hätte, ignorierten
das Happening völlig und wollten nichts hören. Gern hätte
ich wenigstens ein Transparent gehalten, um die polnischen AktivistInnen
zu unterstützen, aber Transparente oder Schrifttafeln waren von der
Polizei untersagt worden, um Provokationen zu vermeiden.
Um 15:30 Uhr war die Aktion beendet; schnellen Schrittes entfernten wir
uns vom Kundgebungsplatz, denn schon kurze Zeit später tauchten die
ersten Rechten auf, die dann auch den Schnellimbiss observierten, in den
wir uns geflüchtet hatten. Polizei in Zivil war hier ebenfalls präsent
und sondierte die Lage, die sich bald darauf entspannte. Laut der Tageszeitung
Gazeta Wyborcza, die am nächsten Tag eine kurze Meldung zur Anti-Homophobie-Aktion
veröffentlichte, hatten sich gegen 17 Uhr 50 NOP-Mitglieder auf dem
Rynek eingefunden. Auch ein Radio- und ein Fernsehsender waren zum Event
gekommen; die Kamera des Fernsehens wurde jedoch gar nicht erst angestellt,
weil es keinerlei Zwischenfälle gab.
Die lesbisch-schwulen AktivistInnen (mit Betonung auf "lesbisch",
denn in Wroclaw sind mehr Lesben politisch aktiv als Schwule) freuten sich über
die gelungene Aktion und auch darüber, die Rechten ausgetrickst zu
haben.
Wroclaw ist mit ca. 650.000 EinwohnerInnen keine so kleine Stadt, aber
nicht mit Warschau (mit über 1,7 Mio.) zu vergleichen, wo am darauf
folgenden Wochenende Tausende gegen Homophobie auf die Straße gingen.
Die "Szene" in Wroclaw, die vorwiegend von sehr jungen Leuten
unter Dreißig getragen wird, ist recht klein; sie benötigt Geld
und Unterstützung jeder Art. "Es ist enorm wichtig zu wissen,
dass es in anderen Ländern Lesben und Schwule gibt, die uns den Rücken
stärken", sagte Mirka mir in einem Gespräch, in dem wir
entschieden, dass ich diesen Bericht schreibe und die Informationen möglichst
breit streue.
Kontakt bitte über die Redaktion oder per Mail in Englisch an diese
E-Mail.
Infos – in Polnisch - zur KPH unter http://www.wroclaw.kampania.org.pl/.
Ingeborg
Boxhammer
Ingeborg Boxhammer ist zusammen mit Christiane Leidinger die Initiatorin
der Lesbengeschichtsseite http://www.lesbengeschichte.de und Autorin von "Das
Begehren im Blick – Streifzüge durch 100 Jahre Lesbenfilmgeschichte" (2007).
Sie war anlässlich der Aktionstage nach Wroclaw eingeladen worden,
um ihr neues Buch vorzustellen.
Internationaler Tag gegen Homophobie 17. Mai
2007
Aktion von amnesty international MERSI (Menschenrechte und sexuelle
Identität)
Solidaritätsbekundung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender
(LGBTs) in Polen Keine Homophobie an Polens Schulen!
Die amnesty-international-Gruppe MERSI (Menschenrechte und sexuelle Identität)
weist am Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO), dem 17. Mai 2007, auf
das vorherrschende Klima der Intoleranz gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen
und Transgender (LGBT) in Polen hin...
Den vollständigen Text finden Sie unter: http://www.mersi-amnesty.de/index.php?id=79
[25.04.07] Warschauer Pakt 2007 Newsletter Liebe
Unterstützer/Innen, wir brauchen wieder Ihre Hilfe, damit der Christopher
Street Day in Warschau, die "Parade der Gleichheit", am 19. Mai
stattfinden kann. Worum es geht: Im Warschauer Pakt 2007 haben sich überzeugte
Europäer zusammengeschlossen, die ehrenamtlich die "Parade der
Gleichheit" unterstützen. Denn: Die Welle homophober Äußerungen
von Politikern in Polen ebbt auch 2007 nicht ab (siehe z. B. tagesschau.de).
Worum wir Sie bitten: Wir knüpfen an den großen Erfolg vom letzten
Jahr an und wollen wieder eine möglichst große Aufmerksamkeit
in den Medien erreichen. Darum bitten wir Sie:
Machen Sie mit, und helfen Sie durch Ihre Zustimmung zum Solidaritätsaufruf,
dass die "Parade der Gleichheit" stattfinden kann!
Wenn Sie dem folgenden Text zustimmen und einverstanden sind, dass Ihr Name
zusammen mit dem von vielen prominenten Unterstützern veröffentlicht
wird, antworten Sie bitte kurz auf diese Mail. Wenn Sie im letzten Jahr schon
mitgemacht haben,
brauchen Sie nichts zu tun: Ihr Name bleibt dann auf der Liste.*
Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung!
Europa = Tolerancja!
Die massive Agitation gegen Homosexuelle ist inakzeptabel. Wir unterstützen
die polnische Bewegung dabei, ihre Rechte als Europäer einzufordern.
Wir fordern die polnische Regierung auf, im Einklang mit der Europäischen
Menschenrechtskonvention die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender
zu achten, wie § 13 des EG-Vertrages es ausdrücklich vorschreibt. Wir
solidarisieren uns mit allen Menschen in Polen, die für Bürgerrechte
eintreten.
Der Warschauer Pakt 2007 tritt ein für die Emanzipation von Schwulen, Lesben,
Bisexuellen und Transgender in Polen, deren verbriefte Bürgerrechte von
der Regierung regelmäßig missachtet werden. Bereits im vergangenen
Jahr konnte die Initiative durch Öffentlichkeitsarbeit, personelle und finanzielle
Unterstützung die ?Parade der Gleichheit? wirksam unterstützen. Gegründet
als Warschauerpakt2006 im März 2006; Gründungsmitglieder Thomas Hermanns
(Quatsch Comedy Club), Georg Uecker (Lindenstraße), Wolfgang Macht (Netzpiloten
AG), Holger Wicht (»Siegessäule« »Queer in Berlin«)
Für weitere Informationen: www.warschauerpakt2007.de
Der Warschauer Pakt 2007 ist ein Zusammenschluss von Projekten, Prominenten, privaten Aktivisten und Medien, die das Ziel eint, ehrenamtlich den CSD 2006 in Warschau finanziell, mit Man-Power und Ideen zu unterstützen und für die Emanzipation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in Polen einzutreten.
Gaysolidarnosc-Seite des LSVD mit vielen Infos