VelsPol 170206 Velspol UmfrageOnline-Umfrage zu Hasskriminalität in Baden-Württemberg(Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter in Baden-Württemberg e.V.), das Mitarbeiternetzwerk für LSBT Beschäftigte in Polizei und Justiz hat eine Umfrage zu Hasskriminalität gestartet. Gewalt und  Straftaten, die durch Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, religiöse Intoleranz oder durch Vorurteile gegenüber der Behinderung, der sexuellen Ausrichtung oder Geschlechtsidentität einer Person motiviert sind – all dies sind Beispiele für Hasskriminalität.

Sie können jeden in der Gesellschaft treffen. Unabhängig davon, wer das Opfer ist, schaden diese Straftaten jedoch nicht nur der betroffenen Einzelperson; sie richten sich auch gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung in unserem Land und gegen das Grundrecht der Gleichheit und Nichtdiskriminierung.

Aus verschiedenen Gründen fehlt es immer noch am Vertrauen der Opfer, bei der Polizei solche Straftaten anzuzeigen. Häufig besteht immer noch die Vorstellung, dass das schwule Opfer von der Polizei in einer sogenannten `Rosa Liste` erfasst wird. Diese Angst hat historische Gründe. Nach der Nazi-Diktatur wurden Homosexuelle in der Bundesrepublik Deutschland immer noch strafrechtlich verfolgt und erfasst.

Dies ist unter anderem ein Grund, warum Straftaten aus dem Feld der Hasskriminalität mit den Merkmalen der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität statistisch nicht in Erscheinung treten. Das Dunkelfeld in diesem Bereich ist – soziologischen Studien nach – extrem hoch.

VelsPol – Das Mitarbeiternetzwerk für LSBT-Beschäftigte in Polizei und Justiz ergreift mit dieser Umfrage erneut die Initiative, auf die Problematik der gruppenbezogenen Menschen-feindlichkeit hinzuweisen. Die Erfahrungen von VelsPol haben gezeigt, dass bei der Erkennung und Bearbeitung von Straftaten gegen Minderheiten (gruppenbezogenen Menschen-feindlichkeit) immer noch Defizite in Polizei und Justiz bestehen.

Die am Sonntag (05.02.2017) gestartete Umfrage ist so gehalten, dass keine Rückschlüsse auf das Opfer und den genauen Tatort möglich sind. Das Ergebnis soll im zweiten Quartal #2017 vorgestellt werden.

https://www.surveymonkey.de/r/VelsPolBW-Umfrage

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