Historisches
Ausstellung Lesbenbewegung von 1968 bis 2008
Im Sommer 2008 wird das Schwule
Museum in Berlin eine Ausstellung zur Lesbenbewegung von 1968 bis 2008
zeigen, in der es um die Geschichte der Emanzipationsbewegung homosexueller
Frauen geht. Der Schwerpunkt des Projektes ist Berlin, da die hiesigen
Entwicklungen repräsentativ
für die Geschehnisse in anderen deutschen Großstädten sind. „L- Projekt“
Eine Ausstellung zur Lesbengeschichte 1970-2000 voraussichtlich ab 15.06. 2008
Abt.
Historisches: Spendenaufruf für Ankauf der Lesbenzeitschrift "Liebende
Frauen" 1927-1930 für Spinnboden -
Lesbenarchiv und Bibliothek e.V.
Das Antiquariat Ars Amandi bietet derzeit über ZVAB.com ein
größeres Konvolut „Die Freundin“ und ein Konvolut der
Lesbenzeitschrift „Liebende Frauen“ an. Beide Bestände sind
sehr teuer, so dass ein Ankauf niemand alleine stemmen kann. Trotzdem sollten
diese Zeitschriften unbedingt in 'Bewegungsbesitz' bevor sie bei einem Privatsammler
für immer verschwinden. Das Münchener „Forum Homosexualität
und Geschichte“ hat sich bereit erklärt, den Bestand der „Freundin“ aufzukaufen.
Damit wäre diese Zeitschrift 'gerettet' und stünde der lesbisch-schwulen
Forschung zur Verfügung.
Jetzt geht es um „Liebende Frauen“, eine absolut seltene Lesbenzeitschrift
(s. u.) für 3.500 Euro. Wir suchen konkret 35 Personen, die 100 Euro spenden.
Der Bestand geht dann ans Spinnboden-Archiv in Berlin.
Bitte geben Sie mir feste Zusagen für jeweils 100 Euro. Sobald das Geld
zusammen ist, werde ich es Ihnen abrufen und den Kauf abwickeln. Bitte sagen
Sie diese Aktion auch unbedingt weiter und machen Werbung. Zeit ist knapp,
denn das Antiquariat kann den Posten nicht unbegrenzt zurückhalten.
Es gab einige Anfragen, ob sie eine Spendenquittung bekommen könnten.
Wir klären gerade, ob die Abwicklung über das Vereinskonto von Spinnboden
laufen kann, so dass einer Quittung nichts im Weg stehen dürfte.
Jens Dobler Historiker Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Stresemannstraße
74 10963 Berlin Telefon (030) 2300 4128
E-Mail
Stand 13.09.2007 17:58 Uhr sind schon 1700 Euro zusammen und das nach
zwei Tagen.
Sensationell! Trotzdem, bitte noch weitersagen. Spinnboden 150,-, R. Dose 100,-,
J. Dobler 100,-, B. Deg 100,-, K. Koblitz 100,-, P. Schuhmacher 100,-, A. Winter
100,-, J. Michelsen 100,-, Lesbischer Herbst 200,-, R. Wolfert 100,-, Hotel
Hanseatin 100,-, H. Schader 100,-, G. Mietke 100,-, M. Wersig 50,-, S. Haddenhorst
100,-, B. Klein 100,-
Stand 14.09.2007 15:37 Uhr sind 2.250 Euro zusammen.
Neu hinzugekommen sind: Verein der Linksfraktion e.V. 200,-, C. Schatz 100,-,
C. Schoppmann 100,-, R. Klarsfeld 50,-, J. Steakley 100,-, Und noch eine Überraschung:
Das Antiquariat Ars Amandi gibt uns einen großzügigen Preisnachlass:
Hier aus der Mail von Gesine Karge und Andreas Fischer: "... was soll
ich sagen - wunderbar! Es reicht allerdings wenn 31 mal 100 gespendet wird.
Also, für Euch beträgt der Kaufpreis nur 3100,-. Die 400,- Rabatt
sind quasi unser Spendenbeitrag. Denn wie ich Dir schon sagte, uns ist es sehr
lieb, wenn dieses schöne Konvolut in ein deutsches Schwulen-/Lesben-Archiv
kommt und damit allen Interessierten zur Verfügung steht. Und es freut
uns wirklich sehr, wenn die "Liebenden Frauen" demnächst im
Spinnboden-Archiv leben. Herzliche Grüsse Gesine."
Wir brauchen also "nur" noch 850 Euro.
Stand 17.09.2007 9:57 Uhr Die letzte Etappe ist bekanntlich
die schwerste. Am Wochenende sind 4 neue Spenderinnen dazu gekommen: K. Bartels
100,- M. Cox und H. Kleemann 100,- D. Heymann 100,- Damit fehlen uns
noch 550 Euro.
Stand 19.09.2007 17:01 Uhr Sage und schreibe, es fehlen nur
noch 200 Euros! Wir begrüßen die neuen Spenderinnen: S. Woehe 50 Euro,
S. Kenawi 100 Euro, A. Schellenberg 100 Euro, L. F. Pusch 100 Euro
Stand 24.09.07 19:39 Uhr Das Geld ist zusammen!, die Spenden
trudeln ein und wenn alles gut geht, kann nächste Woche der Kauf abgewickelt
werden.
Allen die sich so schnell und spontan entschieden haben zu spenden ein ganz
dickes DANKE auch im Namen vom Spinnboden e.V. Das war eine tolle Aktion. Innerhalb
kürzester Zeit haben sich so viele Menschen spontan entschlossen mit beizutragen,
ein Stück Bewegungsgeschichte zu retten. Wir waren in Hochstimmung und
es hat uns, die wir am Erforschen und Bewahren der lesbisch-schwulen Geschichte
tätig sind, sehr viel Mut gemacht. Es war ein großer Akt von Solidarität.
Wenn das Konvolut im Spinnboden ist, werden wir einen kleinen Empfang für
Euch vorbereiten, damit Ihr die Hefte auch persönlich in Augenschein nehmen
könnt.
Die Zeitschrift "Die Freundin" konnte auch "gerettet" werden.
Auch dieser Kauf wird im Laufe der nächsten Woche abgewickelt werden.
Dieses Konvolut befindet sich dann im "forum homosexualität münchen
e.v.", Bayerstr. 77a, 80355 München. Es gibt keine festen Öffnungszeiten.
Unter der Tel.Nr. (089) 23269794 kann aber ein Termin zur Nutzung der Bibliothek
vereinbart werden.
Alle finanztechnischen Fragen bitte in den nächsten zwei Wochen mit Sabine
Balke vom Spinnboden (030-4485848) oder
E-Mail abzusprechen.
Mehr über die Zeitschriften...
PM 04.06.2007: Kulturstaatsminister Bernd Neumann erzielt Einigung beim Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
[23.05.07] Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten
in der Bundesrepublik Deutschland
Die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland
hat auf ihrer Sitzung am 15. und 16. Mai 2007 in der Gedenkstätte Buchenwald
auch über den Streit um Ausgestaltung und Widmung des in Berlin entstehenden
zentralen Denkmals zur Erinnerung an die Verfolgung der Homosexuellen durch die
Nationalsozialisten diskutiert.
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft begrüßen sehr, dass nach langen
Jahren des Vergessens und Verschweigens diesen Opfern nun mehr auch in der Bundeshauptstadt
Berlin öffentlich gedacht werden soll. Die Mitglieder sind sich bewusst,
welcher Auseinandersetzungen und welchem Einsatz es bedurfte, diesen Verfolgungskomplex,
diese Opfer dem Verdrängen zu entreißen.
Der Arbeitskreis stellt allerdings mit großer Sorge fest, dass gegenwärtig
eine neue Debatte um die konkrete Ausgestaltung des Denkmals stattfindet, obwohl
der Entwurf durch eine unabhängige Jury unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit
ausgewählt wurde.
In dieser Auseinandersetzung rückt das Andenken an die homosexuellen Opfer
der nationalsozialistischen Verfolgung offenbar immer mehr in den Hintergrund
und auch die historischen Tatsachen werden gegenwärtigen und zukünftigen
politischen Zwecken mehr und mehr untergeordnet. Die Verzerrung der Vergangenheit
für gegenwärtige Zwecke – und mag sie noch so gut gemeint sein – beschädigt
und delegitimiert aber die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
im Ganzen.
Die Arbeitsgemeinschaft sieht daher mit großen Bedenken, wie durch den
Streit um die Ausgestaltung des Denkmals für die verfolgten Homosexuellen
und die verschiedensten Versuche nachträglicher Einflussnahme allgemeine
Trends der deutschen Erinnerungskultur fortgesetzt und verstärkt werden,
die zu einer immer stärkeren politischen Instrumentalisierung des Gedenkens
führen.
Weimar-Buchenwald, den 19. Mai 2007 Prof. Dr. Volkhard Knigge
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald
und Mittelbau-Dora
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind: Dr. Barbara Distel, Leiterin der Gedenkstätte
Dachau; Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück;
Dr. Jens Wagner, Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora; Dr. Detlef Garbe,
Leiter der Gedenkstätte Neuengamme; Thomas Lutz, Gedenkstättenreferat
der Stiftung Topographie des Terrors; Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor
der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Leiter der Gedenkstätte
Sachsenhausen; Dr. Thomas Rahe, Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Jörg
Skriebeleit, Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg.
Abt. Historisches: DAS HOMO-MAHNMAL Grotesker
Kompromiss
Die Debatte um das 'Mahnmal für die im Nationalsozialismus verfolgten
Homosexuellen' geht aus wie das Hornberger Schießen. http://www.emma.de/homomahnmal_grotesker_kompromiss_03_2007.html [21.04.07]
Abt. Historisches: taz vom 15.12.2006: Kompromiss ums Homomahnmal? Ursprünglich sollte das Mahnmal zum Gedenken an homosexuelle Opfer einseitig schwul gestaltet werden. Nach Protesten wird nun auch der Lesben gedacht. Ein Erfolg!
Abt. Historisches: [14.12.2006] LSVD,
Mahnmalsinitiative und Lesbenring begrüßen Fortentwicklung der
Konzeption beim Homosexuellen-Denkmal
Gemeinsame Erklärung von Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und
Schwulenverbandes (LSVD), Albert Eckert, Sprecher der Initiative "Der
homosexuellen NS-Opfer gedenken" sowie Ulrike Janz, Lesbenring e. V.:
Dem Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset ist es gelungen,
ihren Entwurf für das Homosexuellen-Denkmal überzeugend weiter
zu denken.
Der im Kunstwettbewerb ausgewählte Entwurf nimmt Bezug auf das gegenüber
liegende Holocaust-Denkmal. Als Grundform ist eine Stele geplant, die jenen
von Peter Eisenman ähnelt. Durch ein Fenster, das schräg in eine
Ecke des Kubus eingeschnitten ist, sieht man - so die Ursprungsplanung -
ein projiziertes Filmbild einer scheinbar endlosen Kussszene zwischen zwei
Männern.
Ihr neuer Vorschlag sieht vor, im Zwei-Jahres-Rhythmus anderen Künstlerinnen
und Künstlern zu ermöglichen, in der geplanten Stele ihre Interpretation
eines gleichgeschlechtlichen Kusses zu präsentieren.
Laut Bundestagsbeschluss soll das Denkmal die verfolgten und ermordeten Opfer
ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges
Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen
und Lesben setzen. Der Wechsel des Filmbildes ermöglicht es, dieser
vielfältigen Aufgabenstellung gerecht zu werden, indem periodisch immer
wieder neue thematische Schwerpunkte gesetzt werden. Damit werden die vom
Bundestag gestellten Aufgaben eindrucksvoll gelöst.
Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und die Initiative "Der homosexuellen
NS-Opfer gedenken" und der Lesbenring begrüßen die Fortentwicklung
nachdrücklich. Wir appellieren an die Bundesregierung, den neuen Vorschlag
aufzugreifen und umzusetzen.
Im Nationalsozialismus konzentrierte sich die Verfolgung aufgrund von Homosexualität
auf Männer. Dafür steht das Startvideo eines küssenden Männerpaares.
Der Videowechsel zu einem Frauenkuss kann danach den Blick auf die dritte
Aufgabe des Gedenkortes lenken, für die heutige Zeit ein Zeichen gegen
Ausgrenzung von Schwulen und Lesben zu setzen.
So wird auch das tradierte statische Denkmalsverständnis überwunden.
Das Denkmal wird sowohl eigenständiges Kunstwerk als auch Plattform
für die künstlerische Arbeit anderer. Die periodische Veränderung
hält das Denkmal aktuell, sie kann die gesellschaftliche Auseinandersetzung
mit den NS-Verbrechen gegenüber Homosexuellen immer wieder neu beleben,
ebenso die Beschäftigung mit heutigen Menschenrechtsverletzungen.
Gedenken am Mahnmal für die lesbischen und
schwulen Opfer des Nationalsozialismus "totgeschlagen - totgeschwiegen" am
Samstag, 27. Januar 2007 um 15 Uhr in Köln
Am Samstag, den 27. Januar 2007 um 15 Uhr werden VertreterInnen des Schwulen
Netzwerks NRW e.V., der Landesarbeitsgemeinschaft Lesben in NRW e.V. sowie
des Arbeitskreises Lesben und Schwule in ver.di Köln am Mahnmal für
die lesbischen und schwulen Opfer des Nationalsozialismus (im Rheingarten Köln
unterhalb der Hohenzollernbrücke) in schweigendem Gedenken weiße
Rosen niederlegen.
Hierzu laden wir Sie und Euch herzlich ein.
An diesem Tag jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz
zum 62. Mal und das Mahnmal im Kölner Rheingarten wird 12 Jahre alt.
Im Rahmen der Kölner Gedenkveranstaltungen zum Nationalen Gedenktag für
die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland, die diesmal die so genannten "Asozialen" und "Minderwertigen" in
der NS-Zeit in den Vordergrund des Gedenkens stellen, wollen wir an die lesbischen
Frauen erinnern, die als "Asoziale" verfolgt und verhaftet und mit
dem Schwarzen Winkel stigmatisiert wurden.
Auch werden wir uns an die Verfolgung jener schwulen Männer erinnern,
die unter dem Nazi-Regime Opfer von Razzien, Polizeiübergriffen, Folterungen
bei der Gestapo, Zwangsarbeit und Konzentrationslager wurden. Der Rosa Winkel
ist später zu einem Symbol für schwule Solidarität geworden.
Lesbische Frauen und schwule Männer mussten ihre sexuelle Identität
verbergen und sich verstellen.
Viele wurden totgeschlagen, ihr Schicksal lange Zeit totgeschwiegen.
Über Ihre / Eure Beteiligung an dem Gedenken wären wir sehr verbunden.
Im Anschluss gehen wir gemeinsam zur Gedenkveranstaltung um 16 Uhr in der Antoniterkirche,
Schildergasse 57.
Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:
| Gabriele Bischoff LAG Lesben in NRW e.V. Tel.: 0211 - 69 10 530 www.lesben-nrw.de |
Alexander Popp Schwules Netzwerk NRW e.V. Tel.: 0221 - 257 28 47 www.schwules-netzwerk.de |
"Anders als die Andern.“ - Eine Ausstellung über
Schwule und Lesben in Köln und Umgebung 1895-1918
Eine Ausstellung zu diesem Thema ist längst überfällig. Angesichts
der heutigen Lebenswirklichkeit von Schwulen und Lesben in Köln kann sich
kaum noch jemand vorstellen, wie es sich wohl vor 100 Jahren in Köln lebte,
wenn man „andersrum“ war.
Diese Lücke schließt diese Ausstellung. Angelehnt an einen gleichnamigen
Kölner Schwulenroman von 1904 beschreibt sie eindrücklich und spannend
den Alltag von Kölner Schwulen und Lesben in der Wilhelminischen Zeit.
Welche Gefahren barg der § 175? Welche homosexuellen Skandale erschütterten
die bürgerliche Gesellschaft? Was wollte die Kölner Sittlichkeitsbewegung?
War es wirklich ein Fortschritt, wenn aufgeschlossene Bürger dieser Stadt
Psychiatrie statt Gefängnis für „die 175er“ forderten?
Die sorgfältig ausgewählten Biographien vermitteln ein sehr vielschichtiges,
lebendiges und unterhaltsames Bild des schwulen und lesbischen Lebens im Köln
der Jahrhundertwende.
Es wird nun erstmalig aufgezeigt wie sich Schwule und Lesben zu einer Zeit
gefühlt
haben, als es diese Wörter – zumindest in unserer heutigen Bedeutung – noch
gar nicht gab. Unser Projekt führt zurück zur Geburtsstunde der Homosexuellenbewegung – an
das Ende des 19. Jahrhunderts. Zum ersten Mal findet auch in Köln eine öffentliche
Auseinandersetzung über Homosexualität statt, und es erscheint durchaus
gerechtfertigt zu sagen: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.
Eröffnung: Am 2. November 2006, um 19.30 Uhr
Ausstellung: Vom 4. November bis 17. Dezember 2006 (Sa. und So. 15 – 18
Uhr)
Führungen: An jedem Sonntag um 15 Uhr
An der Museumsnacht vom 4. auf den 5. November (20 bis 3 Uhr) nehmen wir teil!
Centrum Schwule Geschichte, Vogelsanger Straße 61, 50823 Köln, Tel
und Fax 0221/529295, www.csgkoeln.de
Von Erwin In het Panhuis wird im Buchhandel ein gleichnamiger Ausstellungskatalog
erscheinen. Er ist zudem Ansprechpartner für die Ausstellung,
E-Mail,
Tel 0221/3791658
|
Anders als die Andern - Schwule und
Lesben in Köln
und Umgebung 1895 - 1918 von ErwinIn het Panhuis bestellen... |
Abt.
Historisches: Redaktion EMMA, Köln,
4.9.2006
Liebe UnterzeichnerInnen des Protests gegen das frauenfreie Homo-Denkmal,
wie den Medien zu entnehmen ist, hat am Montag, den 28. August, in Berlin
eine öffentliche
Diskussion mit den beiden Künstlern Michael Elmgreen und Ingmar Dragest,
deren Entwurf von der Jury ausgesucht worden war, stattgefunden. Das homosexuelle
Künstlerpaar riet Lesben erneut, doch nicht kleinlich zu sein und sich
einfach "mit dem Mahnmal zu identifizieren". Außerdem fanden
die beiden Männer die Kritik "populistisch" und beriefen sich
auf ihre "künstlerische Freiheit".
Die Sache hat allerdings mehrere Haken.
Haken 1: Diese künstlerische Freiheit kann sich nur innerhalb
des Rahmens der Ausschreibung des Mahnmals durch den Bundestag bewegen, in
deren Absatz 1 es heißt: "Die Bundesrepublik Deutschland errichtet
in Berlin ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.
Mit diesem Gedenkort wollen wir
- die verfolgten und ermordeten Opfer ehren,
- die Erinnerung an das Unrecht wach halten,
- ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung
gegenüber Schwulen und Lesben setzen.
Dieser Entwurf aber - dessen Gestaltung abstrakt ist und der da, wo er konkret
wird, ausschließlich ein sich küssendes Männerpaar zeigt -
schließt Lesben aus und verstößt damit gegen die Ausschreibung.
Haken 2: Das Bundesgremien-Besetzungsgesetz (ja,
so etwas gibt es) schreibt vor, dass Gremien "im Einflussbereich
des Bundes" paritätisch mit Männern und Frauen besetzt
werden. Die Jury aber, die über das Mahnmal entschieden hat
(Kostenpunkt 430.000 Euro), war mit neun Männern und zwei Frauen
besetzt. Hinzu kommt: Zehn von elf kamen aus dem künstlerischen
Bereich, nur einer aus dem politischen (Günter Dworek vom LSVD).
Eine solche rein auf die Ästhetik gehende unpolitische Jury-Besetzung
wäre wohl bei dem Holocaust-Denkmal undenkbar gewesen.
In der Form ist der Entwurf auf jeden Fall inakzeptabel, auf allen
Ebenen. Welche fatalen Folgen die Ausgrenzung der Frauen bei einem
symbolisch wie künstlerisch
so eminent wichtigen Mahnmal haben wird, zeigen schon erste Reaktionen: Stimmen,
die behaupten, nur homosexuelle Männer seien im Dritten Reich verfolgt
worden. Dass dies historisch falsch ist, wissen politisch Informierte. Schließlich
beweist dies nicht nur seit Jahren und Jahrzehnten die Forschung, sondern auch
das Zeugnis der noch lebenden Verfolgten: Weibliche Homosexualität wurde
ignoriert bis verfolgt, subtil oder brutal unterdrückt. Lesben wurde im
KZ noch nicht einmal die "Ehre" des rosa Winkel zuteil, sie trugen
das schwarze Asozialen-Stigma, wurden aber in den Lagerkarteien als "lesbisch" geführt
(siehe dazu auch die aktuelle EMMA bzw. www.emma.de).
Doch noch ist es ja nicht zu spät. Das Mahnmal liegt bisher nur im Entwurf
vor und kann - ja muss - entsprechend korrigiert werden. Durch die Künstler
selbst. Durch eine neue Entscheidung der Jury (bzw. einer richtig besetzten
Jury). Oder durch den Eingriff der politisch Verantwortlichen: Kulturstaatsminister
Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (der zu
den ErstunterzeichnerInnen des Protestes gegen das Mahnmal gehört).
Engagiert euch weiter! Wir berichten weiter. Die EMMA-Redaktion
Unterschriftenaktion: Für Frauen im Homo-Denkmal! http://www.emma.de/homo_denkmal.html
"
Ich protestiere dagegen, dass das geplante Homo-Denkmal in Berlin ausschließlich
männliche Homosexuelle zeigt und fordere, dass auch die weiblichen
Homosexuellen angemessen berücksichtigt werden"
Wenn Sie sich dafür einsetzen wollen, dass das geplante Mahnmahl
auch der homosexuellen Frauen gedenkt, beteiligen Sie sich an dieser
Unterschriftenaktion:
Schreiben Sie uns Ihren Namen, Beruf/ Funktion und Wohnort per E-Mail an redaktion@emma.de Außerdem
können Sie Protest und Kritik direkt an die LSVD-Initiative "Der Homosexuellen
NS-Opfer gedenken" richten: info@gedenkort.de [25.08.2006]
Köln: Dr. Friedrich Schregel vom Vorstand Centrum
Schwule Geschichte in Köln fragt an: „In Fortführung
der bisherigen Geschichtsarbeit möchten wir unter dem Arbeitstitel
Anders als die Andern – Schwule und Lesben in Köln und Umgebung
1895-1918 im Sommer 2006 unsere Forschungen der letzten Jahre durch ein
Buch und eine Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen. Dies wird
die erste schwul-lesbische lokalgeschichtliche Studie sein, die ausschließlich
diese Epoche behandelt, und es werden nicht nur spannende Kölner
Geschichten, sondern auch überregional bedeutende Dokumente über
Köln präsentiert. Eine ausführliche Projektbeschreibung
findet Ihr auf unserer Homepage unter www.csgkoeln.de/Texte/Kaiserzeit.htm
Bei der Finanzierung des Projektes sind wir auf Förderungen angewiesen.
Bitte überlegt Euch doch bitte, ob Ihr das CSG mit einer einmaligen und
zweckgebundenen Spende unterstützen könntet. Eine weitere Möglichkeit
besteht in einer Subskriptionsbestellung des Buches zu einem Solidaritätspreis
von 30 Euro. Das Buch wird voraussichtlich für ca. 19 Euro im Buchhandel
zu erwerben sein, ca. 270 Seiten haben und eine CD-Rom beinhalten.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr unser Projekt auf die eine oder andere
Weise unterstützen könntet. Für den Fall von offenen Fragen stehen
wir Euch gerne zur Verfügung.“[21.03.06]
Ausstellung "Und trotzdem..." Lesben im Nationalsozialismus - Die Ausstellung zum Thema Lesben im Nationalsozialismus, die von dem Frauenarchiv ausZeiten und der Rosa Strippe e.V. konzipiert wurde und bereits erfolgreich in Bochum gezeigt wurde, kann nun von Interessentinnen ausgeliehen werden. Infos dazu bei der Rosa Strippe e.V., Alleestr. 54, 44793 Bochum, Tel.: 0234 - 240 46 21, Ansprechpartnerin: Andrea Mielek [21.03.06]
Samstag, 8. April 2006, 14 Uhr: Stadtrundgang Johanna Elberskirchen
- Wohn- und Wirkungsstätten in Bonn
Treffpunkt: Friedensplatz/Ecke Kasernenstr./Sternstraße
Dauer: ca. 1 1/2 Stunden
Eintritt: 4,00/3,50 Euro
Sonntag, 9. April 2006, 14 Uhr: Einweihung der Johanna-Elberskirchen-Gedenktafel
in der Sternstraße 37 - mit verschiedenen RednerInnen und unterhaltsamen
Kostproben aus dem Werk von Johanna Elberskirchen
Ort: Sternstraße 37, Bonn
Eintritt frei
Sonntag, 9. April 2006, 16 Uhr: Diashow und Umtrunk zum Ausklang der Gedenktafel-Einweihung
für Johanna-Elberskirchen - mit Sekt und Selters, Brötchen
und Brezeln und vielen weitergehenden Informationen rund um Johanna Elberskirchen
Lesben- und Schwulenzentrum Bonn, Am Frankenbad 5, 53111 Bonn
Eintritt frei
Erstes Online-Projekt Lesbengeschichte
Ende November 2005 ging
unter der URL: http://www.lesbengeschichte.de ein
bislang einmaliges Projekt online: Eine website präsentiert sowohl
Leben und Werk Frauen liebender Frauen im deutschsprachigen Raum als
auch Abhandlungen über Lesben im deutschsprachigen Spielfilm von
den Anfängen
bis zur Gegenwart.
Die Geschichte lesbischer Frauen ist bislang nur lückenhaft rekonstruiert
- nur wenige ihrer Geschichten sind überliefert und auch im virtuellen
Netz sind nur wenige präsent. Ziel des Online-Projektes ist es,
lesbische Frauen in die Geschichte einzuschreiben und historisch wie
aktuell sichtbar
zu machen.
Die No-Budget-Seite, deren Webdesign von Bonnerinnen und Kölnerinnen
teilgesponsert wurde, startet u. a. mit den Porträts von Johanna Elberskirchen
(1864-1943), Theo Anna Sprüngli alias Anna Rüling (1880-1953)
und Emma (Külz-) Trosse (1863-1948) und zeigt deren lesbenpolitisches
Engagement Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Diese drei Publizistinnen
sind nicht nur für den deutschsprachigen
Raum von historischer Bedeutung, sondern stehen für homosexuelle Emanzipation
im Kontext von Sexualreform und Sexualwissenschaft in vielen Ländern
und Regionen. Denn die drei Frauen mischten sich in die sexualwissenschaftlichen
Diskussionen ein, die seit Ende des 19. Jahrhunderts v. a. in Deutschland
die Konstruktion einer 'homosexuellen Persönlichkeit' entwickelten
und konnten damit in-/direkt Selbstbilder, politische Diskussionen und
(zumeist individuelle) Kämpfe von lesbischen Frauen beeinflussen.
Das
Online-Projekt richtet sich an alle, die sich für (Lesben-)Geschichte
interessieren. Neben Porträts, Dokumentationen zu kritisch historischem
Gedenken an einstige Aktivistinnen und Texten zur Filmgeschichte bietet
die website auch Bilder, Grafiken, Literaturlisten und Chroniken zum Stöbern.
Durch zahlreiche unbezahlte Übersetzungen in bislang acht Sprachen,
ist sie größtenteils auch international zugänglich.
Willkommen auf an-denken.de -
Hunderttausende homosexuelle Frauen und Männer waren zwischen 1933
und 1945 auf unterschiedliche Weise den Verfolgungen des Nazi-Regimes ausgesetzt.
Allein in Berlin gab es 17.500 Ermittlungsverfahren wegen § 175.
Die Opfer mussten schweigen, viele bis heute.
Die meisten Schicksale sind unbekannt, oder die Namen existieren lediglich
als Aktenvorgänge.
Diese Seite wurde für Angehörige dieser Frauen und Männer eingerichtet,
die sich in ihrer Familie auf Spurensuche begeben wollen.
Den Verfolgten soll ihre Geschichte wiedergegeben werden, sie sollen ein Gesicht
bekommen, ihr Schicksal soll veröffentlicht werden - auf Wunsch auch anonym.
Ihr Andenken soll gewahrt werden.
Frankfurter Engel - Das »Mahnmal Homosexuellenverfolgung« in Frankfurt am Main wurde 1994 als erstes Mahnmal seiner Art in Deutschland der Öffentlichkeit übergeben.
In Berlin entsteht ein Gedenkort für
die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.
Damit will die Bundesrepublik Deutschland die verfolgten und ermordeten
Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wachhalten sowie ein beständiges Zeichen
gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und
Lesben setzen. [25.01.05]
Wien: FRAUEN verändern ihre ZEIT im FrauenForumUrania (Wien) - AKTUELLE KURSE! Ritual-Lehrgang exklusiv für lebenslustige Frauen: Frauengeschichte/Frauengeschichten, Lustvolle Herstory am Nachmittag!
Johanna Elberskirchen ist
eine der wohl außergewöhnlichsten
und dennoch fast vergessenen Figuren der deutsch(sprachig)en politischen
Lesbengeschichte.
Sie wurde am 11. April 1864 in Bonn geboren. Zunächst als Buchhalterin
in Rinteln in Westfalen tätig, studierte sie, wie viele Frauen, denen
nicht nur in Deutschland der Zugang zu den Universitäten verwehrt
wurde, ab 1891 in der Schweiz: zunächst Medizin in Bern und später
Jura in Zürich. Nach ihrer Rückkehr lebte sie v.a. wieder in
Bonn und 1915-1919 in Berlin, wo sie in der Säuglingsfürsorge
arbeitete. 1920 zog sie mit ihrer Lebensgefährtin Hildegard Moniac
(1891-1967) nach Rüdersdorf bei Berlin und eröffnete in ihrem
gemeinsam gekauften Haus in der Luisenstraße 32 (heutige Rudolf-Breitscheid-Straße
57) eine Praxis für homöopathische Heilbehandlungen, die sie
bis zu ihrem Tod führte - trotz Berufseinschränkungen durch
die Nazis.
Im Rahmen eines Projektes der
politischen Jugendbildung haben wir im Sommer letzten Jahres mit einer
Gruppe Jugendlicher
in der Freizeiteinrichtung Mahler20 in Berlin eine Videodokumentation über
das Leben und die Überlebensstrategien von Homosexuellen in der
Zeit des Nationalsozialismus erstellt. [Der Film kann unter www.jfe-mahlerstrasse20.de bestellt
werden.] Unser Projekt wurde im Dezember 2003 vom Bündnis
für Demokratie und Toleranz als 'vorbildlich' ausgezeichnet.
Darüber hinaus beteiligt sich unsere Gruppe mit dieser Dokumentation
am Wettbewerb „denk!MAL“ des Berliner Abgeordnetenhauses.
Der Film wird dort am 19. Januar auf einer großen Abschlussveranstaltung
präsentiert und anschließend bis zum 27. Januar im Rahmen einer
Ausstellung im Casino des Abgeordnetenhauses vorgestellt.
Gegenwärtig ist unsere Gruppe dabei, die Dokumentation noch einmal zu überarbeiten
(u.a. den Film neu zu schneiden). Dabei steht insbesondere die - bislang erfolglose
- Suche nach einer lesbischen Interviewpartnerin im Mittelpunkt, um der kaum
erforschten Geschichte homosexueller Frauen im „Dritten Reich“ den
gleichen Stellenwert einräumen zu können wie den Erfahrungsberichten
schwuler Männer. Gesucht wird (bundesweit!) eine lesbische Zeitzeugin,
die mindestens 75 Jahre oder älter ist und über entsprechende Erfahrungen,
Erlebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus berichten kann. Kontakt:
Andrea Scheuring (Projektleiterin) Tel. 030-2919297 bzw. eMail A.Scheuring@t-online.de
Initiative Der homosexuellen NS-Opfer gedenken - Bislang werden die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkkultur der Bundeshauptstadt noch weitgehend übergangen. Dies soll mit der Errichtung eines Denkmals an zentraler Stelle in der Nähe des Reichstages geändert werden.