Hirschfeld Eddy StiftungBericht des OCHCHR über Maßnahmen von Staaten gegen Gewalt an LSBTI (weltweit) und Hinweis auf eine veröffentlichte Studie zu kosmetischen Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern (in Deutschland)

1) Das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte OHCHR hat seinen Bericht „Living Free & Equal – What states are doing to tackle violence and discrimination against lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex people” veröffentlicht. Er beginnt mit einem Vorwort von Zeid Ra’ad Al Hussein, dem UN Hochkommissar für Menschenrechte und gibt einen Überblick über staatliche Initiativen zum Schutz der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) in unterschiedlichsten Ländern der Welt.

Was tun Staaten, um die Gewalt gegen LGBTI einzudämmen? Mehr als 200 Beispiele und Initiativen in 65 Ländern werden genannt, die vor Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI)* schützen sollen. Konkrete Beispiele nennen Initiativen von Regierungen, Gerichten, Parlamenten, nationalen Menschenrechtsinstitutionen und anderen überall auf der Welt, um den schon erreichten internationalen Menschenrechtsstandards zu genügen.

Interessant ist ein Blick in den Anhang, der viele einschlägige Links zu Gerichtsurteilen und anderen relevanten nationalen und regionalen Dokumenten bietet. In rechtlicher Hinsicht vorbildlich und entsprechend oft erwähnt sind Argentinien, Malta und Südafrika. Deutschland ist genau einmal positiv erwähnt mit einem Berliner Senatsbeschluss gegen Diskriminierung (s. 109 unten).Download hier (englisch), Übersetzungen in weitere Sprachen der UN folgen 2017: http://www.ohchr.org/EN/Issues/Discrimination/Pages/LivingFreeEqual.aspx


2) „Zur Aktualität kosmetischer Operationen „uneindeutiger“ Genitalien im Kindesalter“ ist der Titel einer am 1.12.2016 veröffentlichten Statistik-Studie. Die Verfasserin Dr. Ulrike Klöppel kommt zum Ergebnis, dass kosmetische Eingriffe an intergeschlechtlichen Kindern in Deutschland nicht wesentlich zurückgegangen sind. Das entspricht nicht den seit 2005 immer wieder überarbeiteten medizinischen Leitlinien und muss im Interesse der Kinder geändert werden. Untersuchungszeitraum sind die Jahre 2005 bis 2014.

Download der Studie hier:

https://www.gender.hu-berlin.de/de/publikationen/gender-bulletins/texte-42/kloeppel-2016_zur-aktualitaet-kosmetischer-genitaloperationen

Zum weiteren Kontext: Die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) zu Trans* und Inter* befasst sich mit dem Thema, hier der Link zum Zwischenbericht von Oktober:

https://www.bmfsfj.de/blob/112092/46d6be33eb8f2b5d2ee81488da03029c/situation-von-tans--und-intersexuellen-menschen-im-fokus-data.pdf

 

 

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