17. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES in Tübingen vom 22. – 29. November 2017Auch dieses Jahr präsentiert das Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES über 30 Spiel- und Dokumentarfilme, die bewegende Geschichten und eindrückliche Schicksale von Frauen aus der ganzen Welt erzählen. In den internationalen Filmen werden unter anderem die Themen „Widerstand gegen religiösen Fundamentalismus“, sowie „sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe“ und „Mutter-Tochter-Dialoge“ facettenreich beleuchtet.

Über Mutter-Tochter-Dialoge werden in „Small Talk“ schmerzhafte Erinnerungen verarbeitet und neue Vertrautheit zwischen Huang und ihrer lesbischen Mutter Anu geschaffen. So lernt auch die Regisseurin Stefanie Brockhaus Neues über ihre Familie („Some Things are hard to talk about“). Auch in „Child Mother“ erfahren die Kinder erst rückblickend in Gesprächen mit ihren Müttern über deren arrangierte Frühehen und die dadurch entstandenen Traumata.

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Filmhighlights und Gäste

Im vielgelobten Spielfilm „Die göttliche Ordnung“, der die Schweiz bei den kommenden Oscars vertreten wird, demonstriert eine Frauengruppe in den 70er Jahren für ihr Recht zu Wählen. Zu Gast beim Filmfest ist die Schauspielerin Rachel Braunschweig, die für ihre Leistungen bereits mit dem Schweizer Filmpreis in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ ausgezeichnet wurde. Auch die pakistanische Regisseurin Sabiha Sumar wird mit ihren Filmen „Azmaish“ und „Silent Waters“ (Goldener Leopard in Locarno 2003) in Tübingen zu Gast sein. Ein weiteres Highlight ist der Besuch von Rakieta Poyga, Gründerin und Präsidentin der Organisation „Association Bangr Nooma“, die sich in Burkina Faso für den Schutz vor Genitalverstümmelung einsetzt. Der feministische Thriller der vielfach ausgezeichneten Regisseurin
Agnieszka Holland („House of Cards“) und diesjährige Eröffnungsfilm „Pokot – Die Spur“ führt uns in eine von Jägern und Wilderern dominierte Gemeinde Polens, in der die Frühpensionärin und leidenschaftliche
Tierschützerin Janina Duszejko unermüdlich versucht, sich Gehör zu verschaffen.

Themen im Fokus

Im Fokus stehen dieses Jahr starke Frauen im Widerstand gegen religiösen Fundamentalismus, wie zum Beispiel die saudi-arabische Dichterin Hissa Hilal, die sich in der populären Castingshow „Million’s Poet“ mit ihren Gedichten gezielt gegen den Terror der Geistlichen in ihrer Heimat ausspricht („The Poetess“). Auch Maria, das „Girl Unbound“, lässt sich nicht einschüchtern: Obwohl ihr Zuhause eine Hochburg der Taliban im Nordwesten Pakistans ist und die 25-Jährige regelmäßig Morddrohungen erreichen, geht sie ihrer Leidenschaft, dem Sqash spielen, nach und bietet den Fundamentalisten die Stirn. In „The Women’s Balcony“ scheint der junger Rabbi David zunächst als Hoffnungsträger. Doch seine extrem orthodoxe, frauenfeindliche Glaubensauffassung spaltet die Gemeinde immer mehr – das lassen sich die Frauen nicht gefallen und starten einen Protest. Auch in „Bar Bahar – In Between“ verbünden sich die liberale DJane Salma und die toughe Strafverteidigerin Layla mit ihrer neuen Mitbewohnerin Noura gegen deren strenggläubigen Verlobten. Gemeinsam stehen sie für ein selbstbestimmtes, freies Leben ein.

Seit jeher wird sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt. So wurden während des zweiten Weltkrieges Frauen in Asien als sogenannte „Trostfrauen“ von dem japanischen Militär zwangsprostituiert („The Apology“) und die polnischen Nonnen im französischen Drama „Les Innocentes“ von Soldaten der Roten Armee vergewaltigt. Aber auch heute werden Frauen in Kriegsgebieten Opfer sexualisierter Gewalt, so wie die jesidischen Frauen in „Reşeba – The Dark Wind“, die von Terroristen des Islamischen Staates entführt und als Sexsklavinnen verkauft werden. Im Kongo bietet die „City of Joy“ den Frauen einen Ort, ihre schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten und eine Chance, ihre Lebensfreude und Hoffnung wiederzufinden.

 

 

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