170123 Forschung Rheinland Pfalz Langfassung finalNach vier Jahren Forschungsarbeit ist jetzt die allererste Studie über Repression und Diskriminierung von lesbischer Liebe und mann-männlicher Sexualität in einem Flächenland der Bundesrepublik nach 1945 erschienen. Das Land Rheinland-Pfalz hat dieses Pilot-Projekt beauftragt, der Historiker Dr. Günter Grau, Berlin, und die Historikerin Dr. Kirsten Plötz, Hannover, haben geforscht.

 

Als Kirsten Plötz mit der Forschung anfing, war nicht klar, ob in den Quellen überhaupt etwas von Diskriminierung von lesbischen Lebensweisen stehen würde. Jetzt kann sie sagen:

Es ist erstmals bewiesen, dass nach 1945 lesbische Liebe bewusst unterdrückt wurde. In dieser Hinsicht und auch unter anderen Aspekten bildet diese Forschung einen Meilenstein.

Die Studien sind (in Kurz- und Langfassung) hier frei zugänglich: https://mffjiv.rlp.de/de/themen/vielfalt/rheinland-pfalz-unterm-regenbogen/materialienmedien/.

Besonders interessant ist der dritte Teil der Langfassung ab Seite 217: Verfolgung und Diskriminierung der weiblichen Homosexualität in Rheinland-Pfalz 1947 bis 1973 von Dr. Kirsten Plötz.

Der Landtag Rheinland-Pfalz hat am 13. Dezember 2012 einstimmig den Antrag zur „Aufarbeitung der strafrechtlichen Verfolgung und Rehabilitation homosexueller Menschen“ in Rheinland-Pfalz beschlossen. Er hat die Verfolgung homosexueller Menschen bedauert und sich für das Leiden bei den betroffenen Menschen entschuldigt. Die Landesregierung hat er aufgefordert, die notwendige Unterstützung für die historische Aufarbeitung der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Menschen zu leisten, die Erinnerung an die strafrechtliche Verfolgung homosexueller Menschen wach zu halten und damit eine besondere Sensibilisierung gegenüber jeglichen homophoben Tendenzen zu fördern.

Zur Umsetzung des Landtagsbeschlusses hat die Landesregierung dem Institut für Zeitgeschichte München – Berlin in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ein Forschungsprojekt übertragen. Im Auftrag dieser beiden Institutionen haben der Historiker Dr. Günter Grau, Berlin, und die Historikerin Dr. Kirsten Plötz, Hannover, die Forschungsarbeiten durchgeführt.

Der Forschungsbericht wurde am 23.01.2017 der Öffentlichkeit präsentiert:

Kurzbericht

Langfassung

 

 

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